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Zur Entstehung der Achate Über den Unterrotliegenden Sedimenten der Kuseler und Lebacher Schichten, die im Norden vor allem Ablagerungsschutt aus dem Hunsrück enthalten und nach Süden feinkörniger werden, kam es im Oberrotliegenden zu mächtigen vulkanischen Ergüssen. Durch die verstärkt einsetzende Tektonik wurden dem Magma Aufstiegswege ermöglicht. Die Mächtigkeit der Laven beträgt im Südwesten der Nahemulde bis zu 800 m. |
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Gasblasen, die beim Ausfluss der Laven an der Erdoberfläche durch Druckentlastung entstanden sind,
sammelten sich unterhalb der obersten, schnell erstarrten Kruste an und vereinigten sich zu größeren
Hohlräumen. Die Entstehung der Achate geht auf wässerige Lösungen im Inneren von Gesteinshohlräumen oder in Rissen zurück, die Kieselsäure oder kolloidale Lösungen von Kieselsäure enthielten. Die so entstandenen Achate nennt man ihrer Form nach "Achatmandeln". |
![]() Achat, Freisen, Saarland. Breite 18 cm |
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Eigenschaften |
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Der Achat ist eine Chalcedon -Varietät, der sich durch seine besonderen Farbnuancen hervorhebt. Variierende
Farben bilden Bänder oder parallele Schichten, die vielfach gekrümmt oder annähernd kreisförmig sind.
Manchmal unterscheiden sich Farbbänder auch in Transparenz und Porosität. Die Farben sind im allgemeinen
blass, mit einer grauen, gelben, braunen und ab und zu auch einer grünlichen oder blauen Tönung.
Die verschiedenen Schichten sind zuweilen nur hauchdünn und bestehen wie bei allen Chalcedonen aus mikroskristallinem
Quarz. Die variierende Färbung wird von Beimengungen anderer Mineralien hervorgerufen. Meistens handelt es sich dabei
um Eisenoxid. Der Achat weist ein typisches knollenartiges Äusseres auf. Man nennt ihn deshalb wie vorher
schon beschrieben Achatmandel. Die Achatmandeln sind innen oft hohl und unter anderem mit Quarzkristallen
ausgekleidet. Manchmal finden sich sogar gute Amethyste in ihnen. |
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Als ältestes Mineral in den Achatmandeln ist Delessit zu nennen. Danach schieden sich Calcit, Baryt; Hämatit,
Goethit, Zeolihte und Sulfide aus. Erst nach diesen Mineralien folgte die Bildung von Calcedon und Achat. Achat ist hart und mässig zäh, sein Bruch ist muschelig. Sehr begehrt sind Achate mit mineralischen Einschlüssen, man spricht dann von einem Dendritenachat oder von Moosachat. Wenn die Farben besondere Formen und Zeichen aufweisen, bezeichnet man sie weitläufig als Landschaftsachat, Augenachat oder als Festungsachat. Natürliche Achate werden in kräftigen Farben ein- oder nachfärbt, indem man sie in Lösungen mineralischer Salze oder Farbstoffe tränkt. |
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Achat, Steinbach Breite 6 cm |
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Geschichte
Schon in der Antike galt der Besitz als Schutz vor Unglück und vor Giften, und es wurde ihm auch ein Einfluss
auf die Liebesbeziehung zweier Menschen nachgesagt. Zum Achat gehört auch unweigerlich die Geschichte der Achatschleiferei
Die älteste Aufzeichnungen über die Achatschleiferei stammen aus dem Jahr 1469. Damals errichteten drei
Schleifer aus Freiburg in Zweibrücken eine Schleiferei. 1748 schlossen sich in St. Arnual bei Saarbrücken 21
Schleifer zu einer Bruderschaft zusammen, und 1680 sollen in Scheidt bei Saarbrücken zehn Schleifereien
bestanden haben. Auch in Birkenfeld sowie in Nohfelden an der Traun und an der Steinau gab es in diesem Zeitraum
Achatschleifereien. 1608 haben die Herren von Oberstein eine Zunftordnung für die Schleifer erlassen. 1748
wurde eine weitere Schleife in Ellweiler, und 1769 in Neustadt an der Weinstrasse am Speyersbach errichtet.
Bei Oberstein soll es um 1754 schon 20 Schleifereien gegeben haben, und 1776 waren es gar 26 Schleifereien. |
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![]() Achat, Oberthal. Größe: 10 x 7 cm |
![]() Achat, Oberthal. Größe: 7 x 6 cm |
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Fundstellen |
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In der Saar-Nahe-Region gibt es eine ganze Reihe an Fundstellen für Achate.
Die wohl bekanntesten Fundstellen saarländischer Achate liegen im nördlichen Saarland in der Umgebung von Freisen
am Füsselsberg, in Oberkirchen am Weiselberg sowie in Oberthal an der Teufelskanzel und am Leissberg. Die Lage der Fundpunkte ist aus den abgebildeten Skizzen ersichtlich. Zu einem späteren Zeitpunkt werden wir die oben genannten Achat-Fundstellen noch detailliert vorstellen. |
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![]() Fundgebiete um Freisen |
![]() Fundgebiete um Oberthal (aus H. Schmeltzer: Mineral-Fundstellen, Bd. 6) |
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Literatur
Neuer Kaiser Verlag: Das grosse Buch der Mineralien und Edelsteine, 1996 |
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Von unserem Mitglied Manfred Bauer |
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