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| Der Hunsrück - Geologie, Mineralogie & Bergbau Die folgende Übersicht zu Geologie, Mineralogie und Bergbau im Hunsrück basiert auf einem Vortrag,
der auf einem unserer Arbeitstagungen gehalten wurde. |
Geographische Lage
Der Hunsrück liegt im Südwesten Deutschlands. Er wird im Nordwesten durch die Mosel, im Nordosten durch den Rhein, im Osten durch das Mainzer Becken, im Süden durch Hochwald und Nahe und im Westen in einem kleinen Bereich durch die Saar begrenzt.
1 Milliarde Jahre Erdgeschichte
Verfolgen wir die wechselvolle Geschichte des Hunsrück von vor 1000 Millionen Jahren bis heute.
Wir beginnen in der Erdfrühzeit (1000 bis 570 Mio. Jahre vor unserer Zeit).
Im Präkambrium erfolgte im Bereich des Hunsrücks eine Ablagerung von Sanden, Tonen, Mergel und vulkanischen
Gesteinen in einem Meeresbecken.
Erdaltertum (570 bis 225 Mio. Jahre):
Im Ordovizium und im Silur (500 bis 405 Mio. Jahre) fand die kaledonische Gebirgsbildung statt: Nördlich
und westlich des Rheinischen Schiefergebirges bildete sich ein alpenähnliches Gebirge. Es erstreckte sich von Norwegen und Schottland über
Grönland bis nach Nordost-Amerika. In dieser Zeit entstand der "Old-Red"-Kontinent.
Die präkambrischen Ablagerungen wurden unter hohem Druch (3 kbar) und hoher Temperatur (700°C) in einer Tiefe von mehr als 10 km zu
Paragneisen umgewandelt. Heute findet man diese noch an einigen Vorkommen am Südrand des Hunsrück (Schloss Wartenstein, Schweppenhausen, Giebelschied).
Das Devon (405 bis 350 Mio. Jahre) war eine geologisch wichtige Ära für den Hunsrück.
Im Unterdevon
wurde das Kaledonische Gebirge abgetragen. Der Abtragungsschutt bildete mehr als 1000 m mächtige Sedimente aus roten,
eisenhaltigen Konglomeraten, Sandsteinen und Schiefer. Diese Sedimente reichen bis in den Rheinischen Trog zw. Aachen
und Frankfurt.
In dieser Zeit drang von Westen das Meer ein. Durch die Absenkung des Rheinischen Beckens unter der Last der Sedimente
verlagerte es sich weiter nach Norden. Im vom Meer überfluteten Hunsrück entstanden die "Bunten Schiefer" als älteste
devonische Schichten. Zudem kam es zur Ablagerung von Grobschutt, der heute als Konglomerate und Sandstein sichtbar ist.
In einem Flachmeer mit starkem Wellengang lagerte sich sehr sauberem Quarzsand mit einem Quarzgehalt von 90 - 95% ab.
Über die Jahrmillionen entstand aus diesem der Taunusquarzit, der bis zu 6 m Mächtigkeit erreichen kann.
Schließlich bildete sich unter ruhigen Ablagerungsbedingungen der typische Hunsrückschiefer, der einen hohen
Anteil an Tonschiefer enthält. Charakteristisch ist sein hoher Gehalt an Pyrit. Er ist im größten Teil des Hunsrücks zu finden.
Im Mitteldevon kam es am südlichsten Hunsrück durch vulkanische Tätigkeit zur Ausbildung einer submarinen Erhebung.
An dieser Schwelle bildete sich ein Riff, das noch heute in Gestalt der ca. 400 m mächtigen Stromberger Kalke in Erscheinung tritt.
Die Ereignisse im Karbon (350 bis 285 Mio. Jahre) waren insbesondere auch für das Saarland von großer
Bedeutung. Durch die Kontinentaldrift von Afrika nach Norden kam es zur Kollision zweier Kontinente.
Dadurch setzte die variskische Faltung und Hebung des variskischen Gebirges ein, die vor 300 Mio. Jahren abklang.
In Spalten und Verwerfungen bildeten sich die hydrothermalen Erzgänge des Hunsrück. Weiter südlich entstanden ausgedehnte
Sunpfgebiete, die die Grundlage für die Kohleflötze des Saar-Karbon bildeten.
Das Perm (285 bis 225 Mio. Jahre) wird durch das "Rotliegende" gekennzeichnet: Dabei handelt es sich um
Abtragungsschutt, der Konglomeratschichten bildete. Die Schichten des Unterrotliegenden haben graue und grüne Farben.
Sie wurden in einem großen See abgelagert, der etwa von Quierschied-Fischbach bis Bad Kreuznach reichte. In dieser Zeit
wurden auch die Lebacher Eier gebildet, die aus Toneisenstein bestehen. Die Schichten des Oberrotliegenden sind durch
Hämatit rot gefärbt (daher der Name). Dies war durch die Zunahme des Wüstenklimas bedingt, die auch zur Abnahme der Kohlenbildung führte.
Im Perm kam zu einer Hebung des gesamten Hunsrück, verbunden mit starkem Vulkanismus im Raum Idar-Oberstein vor ca. 280 Mio.
Jahren.
Erdmittelalter (225 bis 65 Mio. Jahre):
Es treten kaum Trias- Jura- oder Kreide-Sedimente im Hunsrück auf.
So findet man nur am Westrand des Hunsrück in der Nähe des Saartales Trias-Sedimente sowie bei Greimerath Buntsandsteine.
In diesem Zeitalter ist der Hunsrück Abtragungsgebiet mit zeitweiligem Wüstenklima. Im Jura ist der Hunsrück Bestandteil
der Ardennisch-Rheinischen Insel. In der Kreidezeit kommt es zu wiederholten Überschwemmungen der Randbereiche des Hunsrück.
Erdneuzeit (65 Mio. Jahre bis heute):
Im Tertiär kommt es zur Absenkung der sog. Rheinischen Masse und zum Einbrechen des Oberrheingrabens.
Dadurch wird der Hunsrück wieder vom Meer überflutet. Im Mainzer Becken findet man aus dieser Zeit noch schöne Fossilien.
Besonders zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang die Grube Messel.Durch eine erneute Hebung des Oberrheingrabens wich
das Meer wieder zurück. Es herrschten in dieser Zeit tropische bis subtropische Bedingungen.
Im Quartär, d.h. während den letzten 2 Millionen Jahren, bildete sich schließlich das heutige
Landschaftsbild des Hunsrück mit seinen Höhenzügen und Talsystemen heraus.
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Geologie heute Heute können geologisch im Wesentlichen 3 Gebiete unterschieden werden: 1.: Der variskisch entstandene Hunsrück aus dem Unterdevon. Gekennzeichnet durch Hunsrückschiefer und Taunusquarzit. Zentralregion des Hunsrück mit den Hunsrückhöhen. 2.: Am östlichen Ende das Mainzer Becken mit seinen Tertiärsedimenten, gebildet bei der Entstehung des Oberrheingrabens. Früher Ausläufer des Tertiär-Meeres. 3.: Das Permokarbone Saar-Nahe-Becken mit den Ergussgesteinen des permischen Vulkanismus sowie dem Abtragungsschutt des variskischen Gebirges (Rotliegendes). |
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Die Mineralien des Hunsrück
Die Mineralien des Hunsrück können nach Alter der Gesteine und Mineral-Paragenese in 2 Hauptgruppen unterteilt werden: Zum einen die Mineralien der permischen Vulkanite der Saar-Nahe-Region, die vor allem als Geodenfüllungen und Imprägnationen auftreten. Zum Anderen die Mineralvorkommen im devonischen Hunsrückschiefer, die an Klüfte und Spalten gebunden sind und gangartigen Charakter haben.
Die Mineralien der permischen Vulkanite:
Als sich zur Zeit des Oberen Rotliegenden große Lavadecken ausbreiteten, die eine Mächtigkeit von mehreren hundert Metern erreichten,
blieb die Lava unter der erstarrenden Oberfläche zunächst noch flüssig. Durch ihren hohen Anteil flüchtiger Bestandteile
bildeten sich mehr oder weniger große Gasblasen, die nach Erkaltung der Lava als Hohlräume erhalten blieben. In diesen
konnten im Laufe der Jahrmillionen Mineralien auskristallisieren, die heute im Interesse vieler Sammler stehen und
diese Region - vor allem Idar-Oberstein - durch die Vorkommen schöner Quarz- und Amethystdrusen sowie die Achate in
aller Welt bekannt gemacht haben. Folgende Mineralien wurden bislang nachgewiesen:
Achat, Amethyst, Quarz, Rauchquarz, Chalcedon, Jaspis, Calcit, Aragonit, Goethit, Lepidokrokit, Eisenglanz,
Hämatit, Pyrit, Baryt, Bitumen, Delessit, Prehnit, Harmotom, Laumontit, Thompsonit, Chabasit und sehr selten
grüner Fluorit (Stbr. Setz)
In den Vulkaniten treten auch Vererzungen auf. Diese sind vor allem an Ryolithe gebunden. Zu erwänen sind in diesem Zusammenhang
vor allem die Kupfer-Vererzungen zwischen Kirn und Türkismühle, die bereits im Mittelalter in zahlreichen Gruben abgebaut wurden,
so z.B. bei Fischbach in der Nähe von Idar-Oberstein. Mineralien sind z.B. Chalkosin, Malachit und Azurit.
Desweiteren fanden sich abbauwürdige Quecksilber-Vererzungen im Gebiet zwischen Alzey und Baumholder.
Die Mineralien der Erzgänge im Hunsrückschiefer:
Kommen wir nun zu den Mineralvorkommen im devonischen Hunsrückschiefer. In den mächtigen Tonschiefer- und Quarzitschichten
bildeten sich durch die Faltung des variskischen Gebirges und die Senkung des Rheingrabens eine Vielzahl an Spalten, die vorwiegend
von SW nach NO verlaufen. In diesen zirkulierten wässrige, heiße Lösungen, deren Mineralienfracht in den Spalten
auskristallisierte und sogenannte "hydrothermale Erzgänge" bildete. Ein Mineraloge sagte einmal:
"Der Hunsrück ist reich an armen Erzen". Diese Aussage ist einerseits durch die hohe Zahl an Vorkommen solcher
Erzgänge begründet, andererseits durch die leider beschränkte Auswahl unterschiedlicher Mineralien, die in diesen gefunden werden können.
Gangart ist in diesen Erzgängen stets Quarz, der in sehr schönen Kristallen vorkommen kann.
Primärerze sind Zinkblende, Bleiglanz, Kupferkies, Pyrit sowie Fahlerz.
An Sekundär- und Begleitmineralien findet man Allophan, Anglesit, Azurit, Brochantit, Caledonit, Cerussit,
Chrysokoll, Coronadit, Covellin, Devillin, Dolomit, Erythrin, Gips, Gold, Langit, Limonit, Linarit, Malachit,
Pyromorphit, Schwefel, Serpierit, Siderit, sehr selten Silber u.a.
(Die Mineralien, die heute noch gut zu finden sind wurden fettgedruckt dargestellt)
zum Bergbau im Hunsrück
Bergbau existierte im Hunsrück seit etwa 200 v. Chr. durch die Römer auf Kupfer, eventuell auch schon früher durch die Kelten. Im Hunsrückschiefer waren vor allem 3 Gangzüge wirtschaftlich relevant. Dort wurde vom Mittelalter bis in die 60er Jahre des letzten Jahrhundert vor allem Bergbau auf Blei und Zink betrieben.
Darüber hinaus gab es viele kleinere Erzgänge und Gruben. Der Schwerpunkte lag im Raum Thalfang, Morbach, Bernkastel,
Monzelfeld und Traben-Trarbach. |
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Von unserem Mitglied Dr. Thomas Straub
