von Dr. Norbert Engel
Römischer Bergbau ist in der Umgebung von Wallerfangen an mehreren
Stellen nachgewiesen. Bedeutendstes Relikt aus dieser Zeit ist die Okkupationsinschrift
des Emilianus am Stolleneingang des nach ihm benannten Stollens:"Incepta
officina Emiliani nonis mart". Zu deutsch:"Emilianus begann die
Bergbautätigkeit an den Nonen des März".
Keltischer Bergbau wird infolge der zahlreichen Bronzehortfunde und mehrerer
Ringwälle auf dem Limberg vermutet, ist aber nicht sicher nachgewiesen.
Die fruchtbarste Bergbautätigkeit fällt in das Mittelalter und
die Renaissance. Hauptziel des Bergbaus war die Gewinnung der in Künstlerkreisen
sehr geschätzten Malerfarbe Kupferlasur oder Bergblau (Azurit). Nach
Motte soll der Ritter Arnold aus Felsberg die Blaugräberzunft um
das Jahr 1340 gegründet haben. Scherbenfunde in alten Pingen belegen
den Bergbau ab dem 13. Jahrhundert. Das erste schriftliche Zeugnis ist
datiert mit 1492. Ab diesem Jahr finden sich im Archiv von Nancy fast
lückenlos die Zehntabrechnungen des Bergrichters und Einnehmers von
Wallerfangen. Mitte des 30-jährigen Krieges wurden die Bergbauaktivitäten
eingestellt. 1637 wird zwar noch ein Bergrichter genannt, die Arbeiten
ruhen aber.
Im Jahre 1745 erwirbt der Geologe und reiche Bankierssohn Jean Jacques
Saur die Konzession zum Abbau von Blei- und Kupfererzen in ganz Deutsch-Lothringen.
Er nimmt die Arbeiten in Wallerfangen für 9 Monate wieder auf und
endet nach unstetem Leben im finanziellen Ruin. Schon 1751 verliert er
die auf 30 Jahre vergebene Konzession an Sonnini.
Im Jahre 1855 beantragen hohe Repräsentanten der Altenberger Bergwerks
Gesellschaft und der Berginspekteur Daub aus Karlsruhe, die Konzession
zum Abbau von Kupfererzen im Felde "Paulshoffnung". Dieser wurde stattgegeben
und der Abbau sogleich aufgenommen. Aus Geldmangel der Konzessionäre
wurde im Jahre 1858 Fristung beim Bergamt beantragt. Nach Anwerben neuer
Geldgeber, Bau einer Läuterei und Umbenennung der Gesellschaft in
"Wallerfanger Gesellschaft Gustav Rhodius & Co.KG" am 1.Mai 1863,
wurden die Arbeiten wieder aufgenommen. Schon 1866 wurden die Arbeiten
endgültig eingestellt. Seitdem ruht der Bergbau.
Am 1.Mai 1993 erlosch die Konzession "Paulshoffnung" nach 130 Jahren.